Hauptstufe

Hauptstufe

Die Hauptstufe ist das Kernstück unserer Ausbildung. Sie findet im Rahmen einer geschlossenen Gruppe über einen Zeitraum von zwei Jahren statt. Sie lehrt das gesamte Spektrum der Aufstellungsarbeit aus einer phänomenologischen Perspektive und richtet sich an die Absolventen unserer Grundstufe, an Therapeuten und Berater und an Menschen mit fundierten Erfahrungen in der Aufstellungsarbeit, die den Lebensintegrationsprozess und die phänomenologische Methode zur Grundlage ihrer beruflichen Praxis machen möchten.

Unser Hauptakzent liegt darauf, dem Wirken der Seele, der inneren Logik des Lebens und der Bewegung des menschlichen Bewusstseins nachzuspüren, sie zu erfahren, zu erkennen und – soweit dies möglich ist – zu verstehen und zu lernen, wie man sich als Therapeut darauf einschwingt und damit arbeitet.

Die Hauptstufe in Deutschland findet in Nettersheim statt.

Das Nelles-Institut Schweiz bietet eine Hauptstufe unter der Leitung von Ruedi Eggerschwiler und Bettina Schneebeli in Goldau an.

Das Nelles-Institut Österreich bietet eine Hauptstufe unter organisatorischer Leitung von Suse Legler an.

Aufbau

Die Struktur der Hauptstufe der Aus- und Weiterbildung folgt dem Stufenmodell der menschlichen Lebens- und Bewusstseinsentwicklung. Sie besteht aus sieben 4-tägigen Blöcken und einer einwöchigen Sommerakademie.

Der Gesamtumfang der Ausbildung beträgt 35 Tage über einen Zeitraum von 2 Jahren.

 

Termine Kurs V 2019 – 2021

2019
05.-08.09. Modul 1: Einführung in die Ausbildung / Das Kind im Mutterleib und die Geburt – Das symbiotische Bewusstsein (Wilfried & Malte Nelles)
21.-24.11. Modul 2: Die Kindheit – Das Gruppen-Bewusstsein (Malte Nelles)

2020
12.-15.03. Modul 3: Liebe, Sexualität und Beziehung (Wilfried Nelles)
03.-11.07. Sommerakademie: „Die Welt, in der wir leben. Das moderne Bewusstsein und seine Grenzen“ (Wilfried & Malte Nelles, Thomas Geßner)
10.-13.09. Modul 4: Die Jugend – Das Ich-Bewusstsein (Malte Nelles)
17.-20.12. Modul 5: Das Erwachsensein – Das Selbst-Bewusstsein (Thomas Geßner)

2021
04.-07.03. Modul 6: Frühes und spätes Alter – Das Geist- und Einheitsbewusstsein (Wilfried Nelles)
21.-24.05. Modul 7: Der Tod – Das Nicht- und All-Bewusstsein / Abschluss der Ausbildung (Wilfried & Malte Nelles)

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Termine Kurs VI 2021 – 2023

2021
16.09. – 19.09. Modul 1: Einführung in die Ausbildung / Das Kind im Mutterleib und die Geburt – Das symbiotische Bewusstsein (Malte Nelles)
16.12. – 19.12. Modul 2: Die Kindheit – Das Gruppen-Bewusstsein (Wilfried Nelles)

2022
03.03. – 06.03. Modul 3: Die Jugend – Das Ich-Bewusstsein (Thomas Geßner)
15.07. – 23.07. Sommerakademie: Thema wird noch bekannt gegeben (Wilfried & Malte Nelles, Thomas Geßner)
22.09. – 25.09. Modul 4: Das Erwachsensein – Das Selbst-Bewusstsein (Malte Nelles)
15.12. – 18.12. Modul 5: Frühes Alter, spätes Alter, Tod – Das Geist-Bewusstsein, das Einheits-Bewusstsein und das Nicht- bzw. All-Bewusstsein (Wilfried Nelles)

2023
16.03. – 19.03. Modul 6: Der Beziehungsintegrationsprozess (BIP) – Sex, Liebe und Paarbeziehung (Malte Nelles)
11.05. – 14.05. Modul 7: Offenes Ende (Wilfried & Malte Nelles)

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Kurszeiten

Do.-Sa. 10-18 Uhr, So. 10-15 Uhr
(Ausnahme Sommerakademie)

Preis

4.900 Euro
Preis für Absolventen der Grundstufe: 4400,- Euro
Frühbuchertarif bis 31.12.2020: 4500,- Euro

Eine zeitnahe Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist und 5 vorangegangene Ausbildungskurse ausgebucht waren.

Zur Anmeldung

Veranstaltungsort

Naturzentrum Nettersheim
Römerplatz 8-10
53947 Nettersheim

 

Anerkennung und Förderung

  • Die Hauptstufe der Ausbildung ist gemäß den Weiterbildungs-Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) anerkannt. Nach Abschluss der Weiterbildung können die Teilnehmer bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen (siehe Anerkennungskriterien DGfS) ihre Anerkennung als SystemaufstellerIn (DGfS) bei der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) beantragen.
  • Die Ausbildung in Nettersheim erfolgt in Kooperation mit dem Bildungswerk Nettersheim, einem offiziell anerkannten Weiterbildungsträger (DIN EN ISO 9001:2015). Sofern Sie bei Ihrem Arbeitgeber einen Anspruch auf Bildungsurlaub haben, können Sie diesen durch unsere Weiterbildung geltend machen. Ansprechpartner ist Herr Düx, Tel. 02486 – 203014.
  • Der Regierungspräsident Köln hat unsere Aus- und Weiterbildung als berufsqualifizierende Maßnahme anerkannt. Unter anderem bedeutet dies, dass Sie einen Bildungsscheck beantragen können, sofern Sie dafür die persönlichen Bedingungen erfüllen und sofern der Bildungsscheck auch in den folgenden Jahren beibehalten wird.

 

Inhalte

Die Struktur der Weiterbildung folgt dem Stufenmodell der menschlichen Lebens- und Bewusstseinsentwicklung. Dabei gehen wir immer ganzheitlich vor, das heißt, wir verstehen die körperliche, seelische und geistige Entwicklung ebenso wie die Bewegungen des persönlichen und des Weltbewusstseins als verschiedene Ebenen ein- und desselben Prozesses. Ebenso geht die Behandlung therapeutischer Themen mit lebenspraktischen Fragen zur jeweiligen Lebensstufe Hand in Hand. Wilfried Nelles wird sich hierbei schwerpunktmäßig mit dem Weg von der Lebensmitte aus, Malte mit dem Weg zur Lebensmitte hin befassen.

 

Modul 1:
a) Einführung in die Ausbildung
b) Das Kind im Mutterleib und die Geburt – Das symbiotische Bewusstsein

Malte Nelles

  • Das Innen und Außen des Lebens – Bewusstseins- und Lebensstufen
  • Persönliche und kollektive Bewusstseinsentwicklung
  • Leben als persönlicher und unpersönlicher Prozess
  • Psychologie als Naturwissenschaft, Psychologie als Geisteswissenschaft
  • Der Weltbezug des Ungeborenen 1: Symbiotisches Einheitsbewusstsein
  • Der Weltbezug des Ungeborenen 2: Mitschwingen und spüren („sensing“)
  • Die Geburt als „Weltenwechsel“ (L. Janus) und Tor zum Leben
  • Geburtstrauma und pränatale Traumata
  • „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ – Einzigartigkeit und persönliches Wesen
  • Die „Eicheltheorie“ (J. Hillman)
  • Potential und Umwelt
  • Verschmelzungssehnsucht oder die Prä-Trans-Verwechslung (K. Wilber)

 

Modul 2: Die Kindheit – Das Gruppen-Bewusstsein

Wilfried Nelles

  • Die Familie als zweiter Mutterleib
  • „Die zwei Leben des Kindes“ (J. Hillman)
  • Bewusstsein und Spiegelung – Wie Kinder lernen
  • Das Gruppenbewusstsein: Kindliches Ich, Zugehörigkeit und kindliches Gewissen
  • Einheit – Trennung – Bindung
  • Der Weltbezug des Kindes: Fühlen (+ spüren)
  • Der Lebensmodus im Gruppenbewusstsein: Glauben, befehlen und gehorchen
  • Institutionen im Gruppenbewusstsein: Religion, Monarchie, Amtsautorität
  • Kindliche Wirklichkeit und erwachsene Neurose
  • Familienaufstellung und Lebensintegrationsprozess – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

 

Modul 3: Die Jugend – Das Ich-Bewusstsein

Thomas Geßner

  • Jugend als Geburt ins Erwachsensein
  • Das Ich-Bewusstsein: Selbstbestimmung, Autonomie
  • Der Weltbezug im Ich-Bewusstsein: Denken (+ fühlen + spüren)
  • Das Nein zu den Eltern
  • Die Macht des Sexuellen
  • Der Lebensmodus im Ich-Bewusstsein: Auflehnen, kämpfen, erleben, Selbsterfahrung
  • Der Grundkonflikt des Jugendlichen: Freiheit, Abhängigkeit und Selbstwerdung
  • Charakterpanzer und Masken – oder: Der gute Schutz des Selbst
  • Institutionen im Ich-Bewusstsein: Wissenschaft, Demokratie, Rechtsstaat, Kapitalismus
  • Die Jugend als kollektiver Zeitgeist
  • Krise und Initiation (J. Campbell)
  • Die Neurose als Kind des Zeitgeists
  • Symptombildungen als innerer Balanceakt zwischen Dazugehören und Freiheit

 

Sommerakademie
Titel und Programm werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben
Wilfried Nelles, Malte Nelles und Thomas Geßner

 

Modul 4: Erwachsensein – Das Selbst-Bewusstsein

Malte Nelles

  • Emanzipation vom Zeitgeist
  • Die geistige Geburt: Erwachsensein als Schritt ins Offene
  • Allein Sein und Zusammen Sein
  • Theorie und Problematik des Selbst (C.G. Jung)
  • Vom Ich-Bewusstsein zum Selbst-Bewusstsein (Ich – Selbst – Individuation)
  • Erwachsene Liebe als Liebe zur Wirklichkeit
  • Einführung in die Phänomenologische Psychologie und Haltung
  • Elternschaft oder die neue Bindung ans Leben
  • Verbundenheit, Verantwortung und Freiheit
  • Familiendynamiken (Patch-Work-Familien, Parentifizierung, Adoption etc.)

 

Modul 5: Frühes Alter, spätes Alter, Tod – Das Geist-Bewusstsein, das Einheits-Bewusstsein und  das Nicht- bzw. All-Bewusstsein

Wilfried Nelles

  • Wechseljahre – Von der physischen zur geistigen Reproduktion
  • Natur und Geist, Biologie und Psychologie
  • Altern als Weitung
  • Der Weltbezug im Geist-Bewusstsein: Sehen (+ wahrnehmen + denken + fühlen + spüren)
  • Therapie als Liebe
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind – Reife Paarbeziehung und Liebe
  • Der Umgang mit den alten Eltern
  • Spiritualität (Körper und Geist)
  • Weisheit: Einklang mit der Schöpfung
  • Polarität und Einheit
  • Tod und Liebe
  • „Erleuchtung“

 

Modul 6: Der Beziehungsintegrationsprozess – Sex, Liebe und Paarbeziehung

Malte Nelles

  • Theorie und Praxis des Beziehungsintegrationsprozess
  • Paartherapie als seelisch nackte Begegnung
  • Das Zusammensein von Sex, Liebe und Partnerschaft in der Paarbeziehung
  • Differenzierungstheorie (D. Schnarch)
  • Wachstum als Koevolution in intimen Beziehungen
  • Zeitgeschichtlicher Wandel der Paarbeziehung
  • Phänomene beim Paargeschehen: Außenbeziehungen, Trennung, Konflikte
  • Paarbeziehung und Familie
  • Reifestufen und Wandlungen der Liebe und Paarbeziehung
  • Methodische Besonderheiten bei der Arbeit mit Paaren

Die Teilnehmer sind eingeladen an einem ausgewählten Tag den Partner in die Gruppe mitzubringen, um gemeinsam einen BIP zu machen.

 

Modul 7: Offenes Ende

Wilfried und Malte Nelles

  • Raum für Offenes
  • Persönlicher Abschied

 

Neben dem Abschreiten des Entwicklungsmodells des LIP vermittelt die Weiterbildung wesentliche Aspekte der Praxis der Aufstellungsarbeit und einer phänomenologisch orientierten Therapie und Beratung. Hierzu werden u.a. folgende Aspekte behandelt:

Zur Aufstellungsarbeit

  • Das Stellvertreterphänomen
  • Finden, erfinden oder gefunden werden – Wahrheit in Aufstellungen
  • Resonanz und Bewegung
  • Statisches und bewegtes Aufstellen
  • Aufstellungsarbeit mit Formaten
  • Geschichte der Aufstellungsarbeit und ihrer Weiterentwicklungen
  • Würdigung von Bert Hellingers Lebenswerk
  • Grunddynamiken in Familien und anderen sozialen Systemen
  • Animus und Anima – Aufstellungen leiten und sich leiten lassen
  • Aufstellungsprozesse verstehen und meistern
  • Vor- und Nachbearbeitung von Aufstellungen
  • Potentiale und Grenzen der Aufstellungsarbeit
  • Verstrickungs- und wachstumsorientierte Perspektive
  • Aufstellungsarbeit mit schwierigen Symptomatiken und Klientengruppen: affektive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen, Essstörungen etc.
  • Perspektiven: Loslösung von Problemen und Lösungssehnsüchte
  • Konstruktivismus und Phänomenologie
  • Grundkonzepte des Familienstellens: Gewissen, Bindungsliebe, Verstrickung
  • Ordnung und Freiheit: Ausgleich, Zugehörigkeit und Rangfolge
  • Prozessarbeit mit Sätzen
  • Ethik-Richtlinien der DGfS

Zur Therapie und Beratung

  • Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung
  • Krisenintervention
  • Varianten der Aufstellungsarbeit im Einzelsetting
  • Diagnostische und phänomenologische Perspektive
  • Grenzen und Überschneidungen: Therapie, Beratung, Coaching
  • Grundlagen therapeutischer Gesprächsführung
  • Persönliche Anliegen und seelische Bewegungen
  • Einbindung von Aufstellungen in Therapie- und Beratungsprozesse
  • Therapeutische Qualitäten: Achtsamkeit, Liebe, Ehrlichkeit
  • Wahrnehmung und Achtung von Grenzen
  • Was heilt in der Therapie? (W. Giegerich)
  • Freundschaft (I. Yalom) und Professionalität in der Therapie