Hauptstufe

Hauptstufe

Die Hauptstufe ist das Kernstück unserer Ausbildung. Sie findet im Rahmen einer geschlossenen Gruppe über einen Zeitraum von zwei Jahren statt. Sie lehrt das gesamte Spektrum der Aufstellungsarbeit aus einer phänomenologischen Perspektive und richtet sich an die Absolventen unserer Grundstufe, an Therapeuten und Berater und an Menschen mit fundierten Erfahrungen in der Aufstellungsarbeit, die den Lebensintegrationsprozess und die phänomenologische Methode zur Grundlage ihrer beruflichen Praxis machen möchten.

Unser Hauptakzent liegt darauf, dem Wirken der Seele, der inneren Logik des Lebens und der Bewegung des menschlichen Bewusstseins nachzuspüren, sie zu erfahren, zu erkennen und – soweit dies möglich ist – zu verstehen und zu lernen, wie man sich als Therapeut darauf einschwingt und damit arbeitet.

Die Hauptstufe findet in Nettersheim statt.

Aufbau

Die Struktur der Hauptstufe der Aus- und Weiterbildung folgt dem Stufenmodell der menschlichen Lebens- und Bewusstseinsentwicklung. Sie besteht aus sieben 4-tägigen Blöcken und einer einwöchigen Sommerakademie.

Der Gesamtumfang der Ausbildung beträgt 35 Tage über einen Zeitraum von 2 Jahren.

 

Termine Kurs V 2019 – 2021

2019

05.-08.09.: Einführung in die Ausbildung / Das Kind im Mutterleib und die Geburt – Das symbiotische Bewusstsein (Wilfried & Malte Nelles)
21.-24.11.: Die Kindheit – Das Gruppen-Bewusstsein (Malte Nelles)

2020

12.-15.03.: Liebe, Sexualität und Beziehung (Wilfried Nelles)
03.-12.07.: Sommerakademie (Wilfried & Malte Nelles, Thomas Geßner)
10.-13.09.: Die Jugend – Das Ich-Bewusstsein (Malte Nelles)
17.-20.12.: Das Erwachsensein – Das Selbst-Bewusstsein (Thomas Geßner)

2021

04.-07.03.: Frühes und spätes Alter – Das Geist- und Einheitsbewusstsein (Wilfried Nelles)
21.-24.05.: Der Tod – Das Nicht- und All-Bewusstsein / Abschluss der Ausbildung (Wilfried & Malte Nelles)

Kurszeiten

Do.-Sa. 10-18 Uhr, So. 10-15 Uhr

(Ausnahme Sommerakademie)

Preis

4.900 Euro
Frühbuchertarif: 4500,- Euro (bei Anmeldung bis zum 31.12.2018)
Preis für Absolventen der Grundstufe: 4400,- Euro

Eine zeitnahe Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist und 4 vorangegangene Ausbildungskurse ausgebucht waren.

Zur Anmeldung

Veranstaltungsort

Naturschutzzentrum Nettersheim
Römerplatz 8-10
53947 Nettersheim

 

Anerkennung

Die Hauptstufe der Ausbildung ist gemäß den Weiterbildungs-Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) anerkannt. Nach Abschluss der Weiterbildung können die Teilnehmer bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen (siehe Anerkennungskriterien DGfS) ihre Anerkennung als Systemaufsteller (DGfS) bei der Deutschen Gesellschaft für Systemaufstellungen (DGfS) beantragen.

Inhalte

Die Struktur der Weiterbildung folgt dem Stufenmodell der menschlichen Lebens- und Bewusstseinsentwicklung. Dabei gehen wir immer ganzheitlich vor, das heißt, wir verstehen die körperliche, seelische und geistige Entwicklung ebenso wie die Bewegungen des persönlichen und des Weltbewusstseins als verschiedene Ebenen ein- und desselben Prozesses. Ebenso geht die Behandlung therapeutischer Themen mit lebenspraktischen Fragen zur jeweiligen Lebensstufe Hand in Hand. Wilfried Nelles wird sich hierbei schwerpunktmäßig mit dem Weg von der Lebensmitte aus, Malte mit dem Weg zur Lebensmitte hin befassen.

 

Stufe 1:
a) Einführung in die Ausbildung
b) Das Kind im Mutterleib und die Geburt – Das symbiotische Bewusstsein

Wilfried und Malte Nelles

  • Das Innen und Außen des Lebens – Bewusstseins- und Lebensstufen
  • Persönliche und kollektive Bewusstseinsentwicklung
  • Leben als persönlicher und unpersönlicher Prozess
  • Die psychologische Perspektive (W. Giegerich)
  • Der Weltbezug des Ungeborenen 1: Symbiotisches Einheitsbewusstsein
  • Der Weltbezug des Ungeborenen 2: Mitschwingen und spüren („sensing“)
  • Der Weltbezug im Einheitsbewusstsein: Mythos
  • Die Geburt als „Weltenwechsel“ (L. Janus) und Tor zum Leben
  • „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“ – Einzigartigkeit und persönliches Wesen
  • Die „Eicheltheorie“ (J. Hillman)
  • Verschmelzungssehnsucht oder die Prä-Trans-Verwechslung (K. Wilber)
  • Differenzierungen: Einheit, Bindung, Trennung
  • Geburtstrauma und pränatale Traumata

Stufe 2: Die Kindheit – Das Gruppen-Bewusstsein

Malte Nelles

  • Die Familie als zweiter Mutterleib
  • Das Gruppenbewusstsein: Kindliches Ich, Zugehörigkeit und kindliches Gewissen
  • Zweierlei Bindung: Hellingers und Bowlbys Bindungskonzept
  • Der Weltbezug des Kindes: Fühlen (+ spüren)
  • Potential und Umwelt: „Die zwei Leben des Kindes“ (J. Hillman)
  • Der Lebensmodus im Gruppenbewusstsein: Glauben, befehlen und gehorchen
  • Institutionen im Gruppenbewusstsein: Religion, Monarchie, Amtsautorität
  • Entwicklungspsychologie der frühen Kindheit (Affektregulation, Neuroplastizität, Bindungstheorie)
  • Kindliche Wirklichkeit und erwachsene Neurose
  • Existenzielle Lebensthemen und Charakterentwicklung

 

Stufe 3: Die Jugend – Das Ich-Bewusstsein

Malte Nelles

  • Jugend als Geburt ins Erwachsensein
  • Das Ich-Bewusstsein: Selbstbestimmung, Autonomie
  • Der Weltbezug im Ich-Bewusstsein: Denken (+ fühlen + spüren)
  • Das Nein zu den Eltern
  • Die Macht des Sexuellen
  • Der Lebensmodus im Ich-Bewusstsein: Auflehnen, kämpfen, erleben, Selbsterfahrung
  • Der Grundkonflikt des Jugendlichen: Freiheit, Abhängigkeit und Selbstwerdung
  • Charakterpanzer und Masken – oder: Der gute Schutz des Selbst
  • Institutionen im Ich-Bewusstsein: Wissenschaft, Demokratie, Rechtsstaat, Kapitalismus
  • Die Jugend als kollektiver Zeitgeist
  • Krise und Initiation (J. Campbell)
  • Die Neurose als Kind des Zeitgeists
  • Neurosen und das Absolute (W. Giegerich)
  • Der Beziehungsintegrationsprozess (BIP)

 

Stufe 4: Erwachsensein – Das Selbst-Bewusstsein

Thomas Geßner

  • Die geistige Geburt: Erwachsensein als Schritt ins Offene
  • Alleinsein als Mit-sich-selbst-Sein
  • Das Ja zu sich selbst und zu seiner Geschichte
  • Vom Ich-Bewusstsein zum Selbst-Bewusstsein (Ich – Selbst – Individuation)
  • Der Lebensmodus im Selbst-Bewusstsein: Vertrauen und sich einlassen
  • Erwachsene Liebe als Liebe zur Wirklichkeit
  • Einführung in die Phänomenologische Psychologie
  • Heiraten und Eltern werden: Bindung ans Leben
  • Paarbeziehung als Selbst-Erfahrung
  • Verbundenheit, Verantwortung und Freiheit
  • Familiendynamik in Patch-Work-Familien

 

Sommerakademie
Titel und Programm werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben
Wilfried Nelles, Malte Nelles und Thomas Geßner

 

 

Sexualität, Liebe und Beziehung

Wilfried Nelles

  • Sex als unpersönliche Lebensbewegung
  • Paarbeziehung als Begegnung mit dem Anderen
  • Persönliche und geistige Liebe
  • Reifestufen der Liebe
  • Paarbeziehung und Familie
  • Das Männliche und das Weibliche
  • Beziehung und inneres Wachstum

 

Stufe 5 und 6: Frühes und spätes Alter – Das Geist-Bewusstsein und das Einheits-Bewusstsein

Wilfried Nelles

  • Wechseljahre – Von der physischen zur geistigen Reproduktion
  • Natur und Geist, Biologie und Psychologie
  • Altern als Weitung
  • Der Weltbezug im Geist-Bewusstsein: Sehen (+ wahrnehmen + denken + fühlen + spüren)
  • Berufung und Vision – Abschied vom Träumen / Eintritt in die eigene Wirklichkeit
  • Therapie als Liebe
  • Wenn die Kinder aus dem Haus sind – Reife Paarbeziehung und Liebe
  • Alter Mann – alte Frau: Das Gemeinsame und der große Unterschied
  • Der Umgang mit den alten Eltern
  • Spiritualität (Körper und Geist)
  • Weisheit: Einklang mit der Schöpfung

 

Stufe 7:
a) Der Tod – Das Nicht- und All-Bewusstsein
b) Abschluss der Ausbildung

Wilfried und Malte Nelles

  • Sterben und Werden
  • Ende und Anfang
  • Familie und Tod
  • Polarität und Einheit
  • Tod und Liebe
  • Der große Heiler
  • Nach Hause kommen
  • „Erleuchtung“

 

Neben dem Abschreiten des Entwicklungsmodells des LIP vermittelt die Weiterbildung wesentliche Aspekte der Praxis der Aufstellungsarbeit und einer phänomenologisch orientierten Therapie. Hierzu werden u.a. folgende Aspekte behandelt:

Zur Aufstellungsarbeit

  • Das Stellvertreterphänomen
  • Finden, erfinden oder gefunden werden – Wahrheit in Aufstellungen
  • Resonanz und Bewegung
  • Statisches und bewegtes Aufstellen
  • Aufstellungsarbeit mit Formaten
  • Geschichte der Aufstellungsarbeit und ihrer Weiterentwicklungen
  • Grunddynamiken in Familien und anderen sozialen Systemen
  • Animus und Anima – Aufstellungen leiten und sich leiten lassen
  • Aufstellungsprozesse verstehen und meistern
  • Vor- und Nachbearbeitung von Aufstellungen
  • Potentiale und Grenzen der Aufstellungsarbeit
  • Verstrickungs- und wachstumsorientierte Perspektive
  • Aufstellungsarbeit mit schwierigen Symptomatiken und Klientengruppen: affektive Störungen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen, Essstörungen etc.
  • Perspektiven: Loslösung von Problemen und Lösungssehnsüchte
  • Konstruktivismus und Phänomenologie
  • Grundkonzepte des Familienstellens: Gewissen, Bindungsliebe, Verstrickung
  • Ordnung und Freiheit: Ausgleich, Zugehörigkeit und Rangfolge
  • Prozessarbeit mit Sätzen
  • Ethik-Richtlinien der DGfS

 

Zur Therapie

  • Arbeit mit Übertragung und Gegenübertragung
  • Krisenintervention
  • Varianten der Aufstellungsarbeit im Einzelsetting
  • Diagnostische und phänomenologische Perspektive
  • Grenzen und Überschneidungen: Therapie, Beratung, Coaching
  • Grundlagen therapeutischer Gesprächsführung
  • Persönliche Anliegen und seelische Bewegungen
  • Einbindung von Aufstellungen in Therapie- und Beratungsprozesse
  • Therapeutische Qualitäten: Achtsamkeit, Liebe, Ehrlichkeit
  • Wahrnehmung und Achtung von Grenzen
  • Was heilt in der Therapie? (W. Giegerich)
  • Freundschaft (I. Yalom) und Professionalität in der Therapie